Etwa 30
km südwestlich von Strasburg (Elsass, Frankreich) verbirgt sich in den dichten
Vogesenwäldern die größte Zyklopenmauer Europas, die selbst ähnliche Bauwerke von
Malta oder Mykene in den Schatten stellte. Unbekannte Baumeister haben auf dem wasserarmen
Mont Ste. Odile drei Hochplateaus mit drei gigantischen Mauerkreisen umschlossen:
Im
Norden der STOLLBERG (41 ha) mit ELSBERG und FEENPLATZ
In
der Mitte die GROSSMATT (32,5 ha) mit dem Kloster der HEILIGEN
ODILIA / OTTILIE / ODILE
Im
Süden die BLOSS (44,5 ha) mit dem Sonnenheiligtum MENELSTEIN
Das über
zehn Kilometer lange Mammutwerk war ursprünglich drei bis vier Meter hoch und
zwei bis drei Meter dick. 300 000 Buntsandsteinquader - insgesamt fast 60 000 Kubikmeter
Stein - bewegten die unbekannten Baumeister an den oft gefährlichen Abhängen. Manche
Blöcke messen 2,80 m x 1,60 m x 0,80 m. Befestigt wurden die Steine mit Eichenbolzen in Schwalbenschwanztechnik,
in der Art, wie man sie mit Metallbolzen in Ras Shamrah (Ugarith) und Denderah
(Altägypten) für die riesigen Tempelanlagen nutzte.
Die
Mauer wurde ständig umgebaut oder erneuert. Große Restaurierungsphasen vermuten Forscher
in der Zeit der Kelten, der Römer und der Franken.
Auch ein kleines Stück Zusatzmauer aus der Zeit der Michaelsberg-Kultur
konnte ausgegraben werden, gehört aber nicht zum ursprünglichen Komplex. Leider sind
bisher keine Eichenbolzen aus der ältesten Bauphase gefunden worden, so dass die genaue
Datierung weiterhin ein Rätsel für die Archäologen bleibt. Auch der neueste Sensationsfund
muss erst genau im Zusammenhang untersucht werden, obwohl die Presse vorschnell mit des
Rätsels Lösung lockte.
Die
Medien haben es natürlich gleich besser gewusst: Die Heidenmauer sei erst unter den Franken
gebaut worden, wie ein Sensationsfund beweise. Wissenschaftler und die Fachpresse sind mit
solchen Aussagen sehr viel vorsichtiger.
Die
Tatsachen: Anfang des Jahres 2003 wurde den landesgeschichtlichen Behörden ein Fund aus
Privatbesitz zurück gegeben. Ein Gelehrter und Privatsammler hatte zwischen 1873 und 1875
an der NW-Flanke des Berges 65 Holzbolzen aus der Mauer geholt. Glück
für die Archäologen: Der Mann hatte viele Bolzen datiert und die Fundstelle beschrieben.
Etwa 18 Zapfen davon, alle aus Eichenholz, konnten die Wissenschaftler sicher auf das
letzte Viertel des siebten nachchristlichen Jahrhunderts bis zum beginnenden achten
Jahrhundert datieren. Radiokarbon- und C14-Untersuchungen bestätigten
das Ergebnis. Die restlichen Zapfen konnten nicht zweifelsfrei datiert werden.
Das
hieße, dass der Teil der Mauer, den der Gelehrte auseinander genommen hatte, in der Zeit
aufgebaut oder restauriert wurde, als die heilige Odilia ihr Kloster
gegründet hatte und das Herzogtum Elsass in den Händen ihrer Familie
lag. Es bedeutet jedoch nicht, dass die gesamte Heidenmauer erst so spät erbaut wurde.
Erkennbare Nachbesserungen, die gewaltigen Ausmaße, unterschiedliche Bauweisen - das
alles spricht in den Augen der Archäologen dafür, dass die Mauer nicht in einer kurzen
Epoche errichtet wurde. Eine deutsch-französische Expertengruppe überprüft
deshalb Zapfen aus anderen Funden, vergleicht restaurierte Teile und unternimmt weitere
Vergleichsgrabungen.
Was
aber sollte dieses nördlich der Alpen einmalige Mammutbauwerk schützen? Obwohl zumindest
Kelten und Römer die Heidenmauer als Wehrmauer nutzten,
fanden Archäologen für die Zeit davor keinerlei Hinweise auf Kämpfe.
Die Wasserarmut macht eine Besiedlung des 118 ha großen Gebietes
unwahrscheinlich. Abenteuerlich sind die Thesen selbst ernsthafter Forscher, zu erklären,
warum Menschen ein so gigantisches Bauwerk in Angriff nehmen und über solche langen
Zeiträume pflegten. Die These, es habe sich um einen geschützten Raum, ein
Heiligtum, gehandelt - könnte dadurch gestützt werden, dass dieser Berg schon
in frühesten Zeiten, lange vor dem Kloster, als heilig galt. Und für Heiligtümer und
heilige Orte war Menschen keine Kraftanstrengung zu groß. Beispiele wie Stonehenge
(England), Newgrange (Irland), Carnac (Bretagne) und die gotischen
Kathedralen Europas zeugen davon.
Die
Menschen des Paläolithikums sahen die ersten heiligen Plätze in Grotten.
Mit der Klimaerwärmung der endenden Eiszeit hielten sie
sich vermehrt draussen auf, die großen Fluten um 10 500 v.u.Z. (Sintflutmythen)
ließen Berggipfel als heilige Inseln erscheinen. Im Neolithikum schließlich
verehrten die Menschen ganze Berge.
Der
Elsässer Michel Vogt (Michel Vogt: L'enceinte mystérieuse de Mont Ste.
Odile, Selbstverlag) schlug die Hypothese vor, die Heidenmauer habe bereits in der Steinzeit
gebaut werden können, weil Technik und Wissen für solch ein Projekt vollkommen
ausreichten. Während er einen Wissenstransfer aus der Ägeis über die Bernsteinstrasse
annimmt, zeigte Petra van Cronenburg die Wahrscheinlichkeit kultureller und religiöser
Verbindungen bereits zu Zeiten der Immigranten aus dem Balkan (5300 v.u.Z.)
und die Ähnlichkeiten mediterraner Techniken und Kultur mit denen der Kultur von LA
HOGUETTE nahe des Odilienberges. (Petra van Cronenburg: Geheimnis Odilienberg).
Dies bleibt vorerst Hypothese.
Etwa 6000
v.u.Z. bezogen Nomadenjäger ihre Grotten und
Unterschlüpfe auf dem ELSBERG und STOLLBERG, zu finden
auf dem Nordgipfel. Auf dem Odilienberg finden sich nur Grotten
ohne Malereien oder Gravuren, die wenigen älteren archäologischen Funde wurden
während der Besatzung im Zweiten Weltkrieg von Nazis verschleppt oder zerstört. Auf dem
nördlichen Elsberg ausserhalb der Heidenmauer befindet sich auch der FEENPLATZ,
der im misogynen Mittelalter zu HEXENPLATZ umbenannt wurde. Hier finden
sich Dutzende von Becher- oder Schalensteinen um einen ganz besonderen
Felsen, den ich wegen seiner Form "SCHMETTERLINGSSTEIN" nenne.
Es ist ein Schalenstein, in dessen Mitte ein erwachsener Mensch passt.
Die
meisten Bechersteine in Frankreich und besonders im Elsass entstanden
etwa um 5000 v.u.Z. Bereits in der Altsteinzeit fingen
die Menschen an, die durch natürliche Erosion entstandenen Löcher in Felsen künstlich
zu vergrössern und ihnen verschiedene Formen zu geben. Die Rituale sind
unbekannt, jedoch konnte von Religionswissenschaftlern rekonstruiert werden, dass die
Steine mit einer Wasser-Himmel-Todes-Göttin zu verbinden sind. Die
meisten davon befinden sich auf oder bei neolithischen Grabstätten. Die
Verehrung dieser Göttin beginnt im Elsass um 5500 v.u.Z. Die sogenannten
BANDKERAMIKER, die um 5300 v.u.Z. aus dem Balkan
einwanderten, scheinen diese Göttin mit ihrer eigenen vermischt zu haben. Hier gibt es
ausserdem Hinweise auf eine sogenannte Augen-Göttin, deren kulturelle
Wanderung von Kleinasien über Europa bis nach Afrika Crawford nachweisen
konnte. Überraschenderweise finden sich Teile ihres Mythos in der Odiliengeschichte
wieder.
Die
ältesten, noch vorhandenen archäologischen Funde datieren von 4300 v.u.Z.
Ein kleines Stück Mauer, das von der MICHELSBERGKULTUR um 4200
v.u.Z. gebaut wurde, beweist, dass damals die Besiedlung des Berges begann. In
den neolithischen Zeiten davor siedelten die Menschen in den Ebenen nahe
der Flüsse. Archäologen fanden vier grosse neolithische Dörfer und ein
wichtiges Atelier für Werkzeuge und Keramik bei ROSHEIM am Fusse des
Odilienberges. Sie sprechen von "einem der wichtigsten neolithischen Keramikfunde
Europas". Die Verehrung der neolithischen Göttin nahm etwa um
4000 v.u.Z. im sogenannten Megalithicum ab. Sie wurde ganz durch
männliche Götter ersetzt, als die GLOCKENBECHER-ZIVILISATION
um 2500 v.u.Z. Dolmen und Göttinnen zerstörte und neolithische Gräber
plünderte.
Inzwischen
wird der Berg ALTITONA Mont Ste. Odile oder Odilienberg
genannt, nach der Heiligen Odilia (660-720 u.Z.), die auf dem Gipfel der
Grossmatt ihr berühmtes Kloster gründete. Altitona,
von lat. altitonans, wurde der Berg bis ins Mittelalter genannt. Das Attribut gehört zu Blitzgöttern,
in männlicher Form war es ein Beinamen Jupiters.
About
16 miles in the south-west of the Alsatian (departement in France) capital Strasbourg
(nine miles from the airport) you find the biggest cyclopic wall of Europe in the dark
forests of "Vosges". It is even larger than walls in Mykene or
Malta. The unknown masters of construction have closed three peaks with giant's
wall-circles:
north:
the so-called STOLLBERG (41 ha) with ELSBERG and FAIRIES'
PLACE
middle:
the GROSSMATT (32,5 ha) with ST. ODILIA'S CONVENT
south:
the BLOSS (844,5 ha) with an old sanctuary of the sun, the MENELSTEIN
In
former times the 5,5 miles long giants' wall was 3-4 meters high and 2-3
meters large. The builders used about 300 000 rocks from the typical rose-red sandstone -
about 60 000 cubicmeters! They were connected with oak-bolts in a special technique called
"tails of swallows", never used in the Northern of the Alps. We
know metallic bolts from temples in Ras Shamrah (Ugarith) and Denderah
(Ancient Egypt).
The
wall was reconstructed or restaurated for hundreds of years. Scientists know today, that ROMANS,
CELTS and FRANKS used the wall for defending. There was found a small piece of a
new wall connection from times of the MICHAELSBERG culture, too, but it
doesn't belong to the original complex. Unfortunately most of the oak bolts had
disappeared, so the building of the wall could never be dated exactly. The new sensational
findings have to be considered critically.
In 2003
media shouted out loudly: The megalithic wall isn't megalithic, it was built under the
Franks in Middle Ages! They shouted too loudly. Scientists and scientific press were much
more cautious.
What
had happened?
The
historic administration of Alsace received old findings from a private
collector. This collector had looked for oak bolts at the NW-side of the mountain between
1873 and 1875. So he had stolen 65 bolts from the wall. The archeologues
were happy about his love for details: He had dated many of his bolts and described the
exact place of his findings. Meanwhile scientists could date 18 bolts all from oak wood.
They are from the last quarter of seventh century AC up to the beginning of eigth
century. It was impossible to date the other bolts exactly.
So the
part of the wall explored by the private collector, was built or restaurated in a time,
when St. Odilia founded her convent and the duchy
of Alsace was in possession of her Family. Nevertheless the finding doesn't prove
such a late building of the whole wall. Scientists are sure that building such an immense
megalithic wall can't be made in only some years. A French-German expert group
wants to compare the new bolts with others and with other restaurated pieces of the wall.
There will be even more excavations on the mountain.
There
is a wall unique in this part of Europe. Why should people have to build
it? What should it protect? We know that Romans and Celts used the
Pagans' Wall for defense, but archeologues didn't find any signs
for battles before! It is improbable that there was a big settlement on this
mountain, where water is absolutely rare. Even scientists searched for
odd explanations.
The
thesis that the Pagans' Wall protected a sacred space seems to be
interesting, because the mountain was venerated as a sacred mountain long
before Odilia. We know that people can undertake hard work for sacral buildings (e.g. Newgrange
in Ireland, Carnac in Britanny, the Gothic cathedrals in Europe).
People
of paleolithic times venerated grottos. When the climate
got warmer at the end of ice age, the big floods of the melting ice (myths
of deluge 10 500 BC) showed mountain peaks like holy islands. In
later Neolithic times people venerated whole mountains.
The
Alsatian Michel Vogt (Michel Vogt: L'enceinte mystérieuse de Mont
Ste. Odile, Selbstverlag) had the hypothesis that it was possible to build the megalithic
wall already in stone ages. He showed that knowledge and technique was
adapted for the primitive foundations of the wall. He thinks that knowledge came from the Egean
Sea by the amber route. Petra van Cronenburg explores the
hypothesis that there were cultural and religious connections already at times of the first
immigrations from Balkan (5300 BC). There are many similarities between
mediterranean techniques and the culture of LA HOGUETTE near Mont
St. Odile.
Mont
Ste. Odile is one of the oldest settlements of Europe. It was about 6000
BC, when nomadic hunters lived in grottos and
shelters on the ELSBERG and STOLLBERG, the peaks in the
north. On Mont Ste. Odile only grottos without paintings or carvings
rested, important archeological finds of graves and artefacts were stolen by the Nazis
during World War II.
On the ELSBERG
being outside the PAGANS' WALL there's the FAIRIES'
PLACE, which became in mysogynic late Middle Ages the so-called "WITCHES'
PLACE". This is a collection of some dozens of cup-rocks
around one as big as a man. I call it the "butterfly-stone"
because of it's shape. Most of the French and Alsatian cuprocks were in
use about 5000 BC. In paleolithic times developped from
natural erosion, neolithic people carved the cup-rocks into different forms of different
sizes for unknown rituals. French scientists are sure that they have to do with a water-sky-goddess
and death, because in France they are mostly near or even on neolithic
graves.
There
are also signs for an eye-goddess. The British archeologue
Crawford described the cultural wandering of THE EYE GODDESS
from Minor Asia to Europe and even Africa in his book of the same name. It is interesting
that there are parallels between this eye-goddess and the myths of St. Odilia.
Venerating the water-sky-death-goddess starts in Alsace about 5500
BC. The so-called BAND CERAMICS CIVILIZATION, immigrating from
the Balkan Peninsula about 5300 BC, seemed to merge their own goddess
with this one.
The
oldest archeological find dates from 4300 BC. A small piece of a wall
built by the MICHELSBERG CIVILIZATION about 4200 BC
shows that the first settlement on the peak dates from this period. In neolithic
times before people settled in the plains near the rivers. Some years ago
archeologues found four important neolithic villages and an important atelier for
ceramics and tools in ROSHEIM at the bottom of Mont Ste. Odile. They speak of
"one of the most important neolithic ceramic funds in Europe".
The veneration of the neolithic goddess got less important up from the megalithic
times in Alsace (about 4000 BC) and was replaced by male
gods about 2500 BC, when the GLOCKENBECHER CIVILIZATION
(bell-shaped ceramics) destroyed dolmens and goddess-statuettes and ransacked neolithic
graves.
Today
the mountain is called Mont Ste. Odile, because it was St. Odilia
(660-720 AC), who founded her famous convent on the peak in the
middle (Grossmatt) in 680 AC. In former times the mountain had been
called ALTITONA from Latin altitonans. Altitonans is an
attribute of lightning gods - so it was one of the names of JUPITER.
In times, when teaching and learning by women and girls was officially forbidden by the
pope, Odilia founded a kind of primitive university for women and men in Irish-Scotish-Frankish
traditions, connecting natural sciences with spirituality and Christianism with
pagan traditions. Her convent was one of the most important places of refuge for
IRISH and SCOTISH monks and nuns on the continent.