Lavendeleis auf Honigsauce mit Anisplätzchen
"Ich weiß nicht, wie
ich ihm begegnen soll und entlocke ihm stattdessen das Rezept für die Anisplätzchen, die
man zum Eis in die Honigsauce tunkt. Essen kann Menschen zusammen führen..."
aus Petra van Cronenburg: Lavendelblues
Irgendein Testleser hat gemeint,
dieser Roman sei nichts für Diätfanatiker. Da ist es mir erst aufgefallen: im
Lavendelblues wird ständig gegessen und getrunken! Natürlich habe ich eine ideale
Ausrede: Yves besitzt ein Restaurant im Elsässer Ried und kocht für sein Leben gern. Und
wenn Yves einmal in einer Szene nicht mitspielt, gibt es eben andere Restaurants, im
Quercy zum Beispiel...
Spaß beiseite... in einem Buch,
das zum großen Teil in Frankreich spielt, muss gegessen und getrunken werden.
Weil das in unserem Leben genauso läuft. Essen hat in diesem Land eine andere Bedeutung,
als dass es nur ein Vorgang des Sattmachens oder Versorgens mit Nährstoffen wäre. Essen
und Trinken vermitteln Lebensfreude... und Yves ist ein Meister darin, seine Gäste zu
verwöhnen. Essen ist in Frankreich Kultur wie Politik, manchmal wird es zur Religion
erhoben und manchmal finden deshalb erbitterte Wettkämpfe statt. Ein Vertrag ist
besiegelt, wenn man miteinander am Tisch genießen kann, Essen dient der sozialen Bindung,
aber auch der Selbstdarstellung. Ein Mensch, der in romanischen Ländern nicht isst, ist
nicht.
Und nein, im Lavendelblues gibt
es selbstverständlich keine Küchenrezepte - es handelt sich immerhin um einen Roman!
Aber natürlich kann die Autorin Yves beim Kochen über die Schulter schauen und ganz
schnell aufschreiben, wie es geht:
Lavendeleis
Zutaten:
1 EL Lavendelblüten fein mahlen (im Mörser oder mit dem Zucker im Mixer)
250 ml Wasser
250 ml Milch
250 ml Schlagsahne
150 g Zucker
Wasser, Milch, Zucker und
Lavendelblüten verrühren, kurz aufkochen und 12 Std. ziehen lassen. Sahne steif schlagen
und mit der Milch mischen. Die Mischung gefrieren lassen, anfangs ein paar mal rühren.
Sehr hartes Eis lässt sich besser servieren, wenn man eine Stunde vor dem Servieren
Kugeln absticht und diese auf Tellern in den Kühlschrank stellt. Evtl. mit
Lavendelblüten oder Rosenblütenblättern dekorieren. Ganz raffiniert: Lavendelblüten
kurz mit Wasser besprühen, auf einem Teller in Puderzucker wälzen und trocknen lassen.
Honigsauce
Im Verhältnis 2:2:1 flüssigen
Honig (Akazie, Blüten), Orangensaft und warmes Wasser gut verrühren, bis der Honig
aufgelöst ist. Vor dem Servieren kaltstellen.
Anisplätzchen
Zutaten für ca. 30 Stück:
250 g gemahlene Mandeln
1 EL gemahlener grüner Anis
1 TL Obstler oder Amaretto
200 g Zucker
4 Eiweiß
Puderzucker
Den Anis im Mörser fein
zerdrücken, mit dem Schnaps mischen. Anis, Mandeln und die Hälfte des Zuckers gut
verrühren. Nebenher vier Eiweiß mit einem Spritzer Zitronensaft oder einer Prise Salz zu
steifem Eischnee schlagen und dabei die andere Hälfte des Zuckers einrieseln lassen. Nun
die Mandelmasse löffelweise in den Eischnee geben und diesen schlagen, bis die Masse
glatt ist.
Diese dann in einen Spritzbeutel
mit glatter Tülle füllen (Ersatz: Plastiktüte mit abgeschnittener Ecke) und
walnussgroße Häufchen auf Backpapier setzen. Zwei bis drei Stunden auf dem Blech
trocknen und dann im 150 Grad heißen Ofen etwa 1 Stunde eher trocknen als backen lassen.
Die Plätzchen dürfen nicht zu schnell bräunen. Anschließend nach Belieben mit
Puderzucker bestreuen.
Ich
wünsche einen guten Appetit mit den Rezepten aus Yves' Küche!
Ihre Petra van Cronenburg

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