BELLETRISTIK
"Ich
stand inmitten des Bekannten und sah in ein tiefes Geheimnis." (Andrzej Stasiuk)
Staunen, sich
wundern können, grenzenlos neugierig sein - hier liegen für mich die Quellen, um
Geschichten erzählen zu können.
Als Journalistin
bereichern mich Einblicke in Leben und Zeitgeschichte, die Menschen aus ihrer Sicht
mitteilen, und die ich schreibend begreifen und begreifbar machen kann.
Als Autorin darf ich
jede Distanz verlieren, mich der Essenz menschlichen Handelns und Fühlens zu nähern
versuchen - mich berühren lassen. Ich glaube, dem Geheimnis meiner Romanfiguren am
nächsten zu sein, wenn sie Krisen, Ausnahmesituationen und Umbrüche erleben, sich selbst
neu (er)finden müssen.
Wenn ich solche
Geschichten erzähle, kann ich an den Bruchstellen zwischen Träumen und Krisen, Ängsten
und Mut, manchmal ahnen, warum das Geheimnis Mensch in seiner Unvollkommenheit zu suchen
sein könnte.
Von diesen
Lebensbruchstellen möchte ich erzählen, von unvollkommenen Menschen, ihren Kämpfen,
ihrem Suchen und Träumen - und von Veränderung. Ich würde gern dieses Gefühl
weitergeben, das Andrzej Stasiuk beschreibt - dieses Gefühl, im scheinbar Bekannten ein
Bild zu erahnen von den unsichtbaren Fäden, die sich zwischen Abgrund und Höhe mit dem
Leben verknüpfen. |