| Ich habe
es beim Schreiben nicht gemerkt. Bis mich eine Freundin fragte: "In deinem Roman wird
ständig gegessen und getrunken, warum nur?"
Ich vermute, nach
fünfzehn Jahren Frankreich hat das Savoir Vivre dort einfach abgefärbt. Essen ist bei
uns Ausdruck des Befindens, Kommunikationsmittel, soziales Ereignis, Lebensgefühl...
Konny Schmidt von der Presseagentur Hippos hat das offensichtlich auch bemerkt und bringt
es in ihrer Rezension auf den Punkt:
"Rezepte
einer glücklichen Trennung manifestieren sich in einem Zustand zwischen den Welten
hier wird als Gourmet geschmaust und dort als seelisch Verhungernder gedarbt, der
Hunger nach Liebe in Brezeln auf Bäumen projiziert. "

Der Appetit
kommt beim Lesen...
Es ist schlimm. In der ersten
Trennungsphase päppelt Karen ihre Seele mit Spätzle, Keksen, Alkohol und fettem Fleisch.
Kein Wunder, dass sie über Spätzlesdepression und Gummibärchen-Gastritis klagt!
Man könnte meinen, dass sie
danach vom Essen ein für alle mal genug hätte. Aber nein - gegessen und getrunken wird
in diesem Roman so sinnenfreudig, dass es für ein ganzes Kochbuch reicht. Ein paar
ausgesuchte Rezepte finden Sie zum Nachkochen und Nachschmecken hier!
Drei typisch elsässische
Rezepte sind bereits veröffentlicht. Das sind der Kugelhopf der alten Frau in der Kapelle
und der Eiersalat,der einem Hund zum Opfer fällt.... Gekrönt von diesem wundervollen
Fischgericht, das Karen gegen Ende des Romans genießt. Es hat einem meiner Bücher den
Namen gegeben, in dem ich von meiner Wahlheimat erzähle: "Elsass. Wo der Zander am liebsten
im Riesling schwimmt." Im Elsass spielt auch dieser Roman hauptsächlich
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.
Lassen
Sie sich den Roman von Petra van Cronenburg: "Stechapfel und Belladonna. Rezepte
einer glücklichen Trennung" doch einfach auch auf der Zunge schmecken!
KIR ROYAL
Für einen Kir Royal geben Sie
ganz wenig Likör von schwarzen Cassis-Beeren ins Sektglas und füllen mit einem leichten,
trockenen Sekt, Crémant oder Champagner auf. Der berühmteste Cassis kommt aus Dijon.
Puristen, die Sekt und
Champagner nicht gerne verfälschen, bevorzugen den einfachen "Kir". Hier wird
der Likör mit einem gut gekühlten, leichten weißen Bourgogne gemischt. Der neueste
Schrei im Elsass: Der Cassis wird durch einen klitzekleinen Hauch Veilchenlikör ersetzt.
GLÜCKSAPFEL
Ein Granny Smith wird roh
püriert. Dazu rührt man etwas Zitronensaft, Honig nach Geschmack, etwas gehackte
Pistazien und 12 Tropfen echtes Rosenwasser unter. Die Mischung wird etwa zwei Stunden
tiefgefroren und als Sorbet serviert. Der Glücksapfel ist nicht billig, soll aber die
körpereigenen Endorphine nachhaltig anregen.
TOM'S ZIMTKUCHEN
Dazu bereiten Sie einen
Hefeteig, z.B. mit 500 g Mehl, 1/2 l Milch, 190 g Butter und 70 g Zucker, wie gewohnt und
lassen ihn einmal gehen. Danach wellen Sie ihn etwa 3 cm dick als runde Scheibe auf ein
mit Backpapier belegtes Blech. Nochmals gehen lassen. Tauchen Sie ein sehr scharfes Messer
in zerlassene Butter und schneiden Sie sehr schnell kreuz und quer ein Rautenmuster über
den Kuchen. Reichlich Zimtzucker aufstreuen, Butterstückchen aufsetzen und im heißen
Ofen backen.
FERNANDS
HANDGESCHLAGENE MAYONNAISE
Wichtig: Selbstgemachte
Mayonnaise ist heutzutage leider ein Risiko wegen möglicher Salmonellen. Die Eier sollten
deshalb Bio-Eier sein, von freilaufenden Hühnern und höchstens drei Tage alt! Besser
noch, man verwendet Eier vom Tage. Bei der Verarbeitung sollte absolute Sauberkeit
herrschen. Die Mayonnaise muss nach der Zubereitung sofort im Kühlschrank aufbewahrt und
am selben Tag gegessen werden. Alle Zutaten und das Handwerkszeug müssen kalt sein.
Mayonnaise wird in einer Glas- oder Porzellanschüssel mit einem geruchlosen Holzlöffel
oder Schneebesen gerührt, im Sommer auf Eis. Sind die Zutaten halb gefroren oder zu warm,
gelingt die Sauce nicht.
Fernand rechnet 3-4 Eigelb auf
1/2 l kaltgepresstes Olivenöl, auf die Hälfte Öl reicht aber auch eines! Außerdem
verschmäht er die Zugabe von Wein- oder Estragonessig oder zuviel Zitrone. Letztere macht
die Mayonnaise weißer, Essig und Kräuter geben Geschmack.
Je mehr Eigelb man verwendet,
desto weniger gerinnt die Sauce. Zuerst das Eigelb mit etwas Salz und wenigen Tropfen
Zitonensaft richtig dick rühren. Weiterrühren und tropfenweise (!) Öl zugeben. Wer
Essig verwendet, gibt ihn ab und zu in Tropfen in die Masse. Erst wenn die Mayonnaise
schön glatt ist, kann man das Öl fadenfein einlaufen lassen. Geronnene Mayonnaise rettet
man mit einem neu aufgeschlagenen Eigelb.
PICON BIÈRE /
AMÈRE
Der französische Apéritif
schmeckt am besten mit Elsässer Bier. Deutsches Bier ist zu bitter - nehmen Sie als
Ersatz ein sehr leichtes Exportbier. In ein Tulpenglas füllen sie ein- bis zwei
Fingerbreit Likör ein, der als "Picon Bière" (etwas bitterer) oder
"Amère" (etwas süßer) in Frankreich erhältlich ist. Er wird nach einem
Geheimrezept mit Bitterkräutern und Bitterorangen destilliert. Weil er von jeder Firma
anders schmeckt, gibt es einen Markenstreit wie beim Pastis. Dazu kommt ein kräftiger
Spritzer Zitronensaft. Aufgefüllt wird mit hellem Bier. Eine alkoholfreie Variante mit
Sirup gibt es auch, denn Picon Bière hat es in sich! Er trinkt sich wie Malzbier und wer
nicht Maß hält, sucht nachher unterm Tisch seine Beine vergebens... Es ist wirklich nur
ein Apéritif, kein Begleitgetränk!
Ach ja, da war
noch dieser Salat... mit Stechapfel und Belladonna... dafür bekommen Sie natürlich kein
Rezept. Glauben Sie mir: Er würde nicht schmecken. Und er ist tatsächlich hochgiftig!
Appetit
bekommen? Sie werden sicher noch mehr Köstlichkeiten im Roman entdecken!
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